Welche Rolle spielt die Mundgesundheit im Bezug auf Herzinfarkte, Schlaganfälle, Krebs, Demenz und mehr?

von Cat Ebeling, Ko-Autorin der Bestseller: Die Fett-Verbrennungs-Küche & Die Top 101 Lebensmittel gegen Alterung & Die Diabetes Lösung

Die meisten Menschen sind überrascht zu hören, dass die Mundgesundheit sehr eng mit der allgemeinen Gesundheit in Zusammenhang steht. Aber diese Aussage stimmt tatsächlich. Untersuchungen zeigen, dass die Mundgesundheit einen weitaus größeren Einfluss auf viele ernsthafte Gesundheitszustände hat, als Ihnen vielleicht bewusst ist. Indem Sie sicherstellen, dass Ihre Zähne und Ihr Zahnfleisch gesund sind, können Sie Krankheiten wie Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs und Demenz vorbeugen. Wenn Sie Ihren Mund vernachlässigen, können Sie sich auf teils schwerwiegende Gesundheitsprobleme einstellen, die Ihr Leben tatsächlich verkürzen können.

Der Mund hat sein eigenes Mikrobiom

Sie wissen, dass Ihr Darm sein eigenes Mikrobiom hat. Aber wissen Sie was? Das Verdauungssystem beginnt in unserem Mund. Und unser Mund enthält auch Hunderte – wenn nicht Tausende – von Mikroorganismen, darunter Bakterien, Pilze und mehr. Obwohl die Gesundheit Ihrer Darmflora nachweislich eine sehr wichtige Rolle für Ihre Gesundheit spielt, wird immer deutlicher, dass auch die Gesundheit Ihrer Mundflora von entscheidender Bedeutung ist.

Bei Menschen mit einer gesunden Mundhöhle spielen die winzigen Bakterien und andere Mikroorganismen im Mund tatsächlich eine Rolle bei der Nahrungsverdauung. Die kleinen Mikroorganismen spielen sogar eine Rolle bei der Immunfunktion, indem sie gefährliche Krankheitserreger abwehren, die in Ihren Körper eindringen könnten. Das orale Mikrobiom trägt auch dazu bei, die Zähne vor jenen Eindringlingen zu schützen, die Karies und Zahnfleischerkrankungen verursachen können.

Wenn es in Sachen Mundpflege mangelt und Sie auch noch Fastfood und zuckerhaltige Lebensmittel essen, können sich die schlechten Bakterien im Mund schnell vermehren und die Zähne angreifen. Dies kann zu Karies, Zahnfleischerkrankungen, Parodontitis und anderen Infektionen führen. Diese Infektionen können sich leicht auf andere Körperteile ausbreiten.

Auch wenn viele Menschen ein großes, weißes, strahlendes Lächeln zu schätzen scheinen, ist unsere tatsächliche Zahngesundheit ziemlich schlecht. Daten aus der National Health and Nutrition Examination Survey ergaben, dass 91% der Erwachsenen Karies haben. Fast ein Drittel aller Erwachsenen hat irgendeine Art von Zahn- oder Zahnfleischproblem, das unbehandelt bleibt. Viele Menschen leiden auch an Parodontitis, einer entzündlichen bakteriellen Zahnfleischerkrankung.

Warum ist unsere Mundgesundheit so schlecht? Es ist eigentlich ziemlich einfach – es liegt an der Ernährung. Eine Ernährung mit viel Zucker, Getreide und Kohlenhydraten, kombiniert mit säure- und zuckerhaltigen Getränken, frisst sozusagen unsere Zähne auf und ruiniert unsere Mundgesundheit. Selbst eine vegane Ernährung mit einem hohen Gehalt an Kohlenhydraten, Obst und Getreide kann ernsthafte Probleme für die Mundgesundheit verursachen.

Bestimmte entzündliche Verdauungsprobleme wie Glutenunverträglichkeit führen erwiesenermaßen auch zu ernsthaften Schäden an Zähnen und Zahnfleisch. Eine diesbezügliche Studie zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen Zöliakie bei Kindern und dem Abbau des Zahnschmelzes, zusammen mit einer erhöhten Inzidenz von Karies. Es ist schwer zu sagen, ob dies auf die Probleme mit der Malabsorption von Mineralien zurückzuführen ist oder vermehrte Entzündungen, die mit der Glutenunverträglichkeit einhergehen. Meine Vermutung ist, dass es wahrscheinlich beides ist. Ähnliches ist bei Personen zu erwarten, die an anderen entzündlichen Darmerkrankungen und -störungen leiden, darunter Reizdarmsyndrom, Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

Werfen wir einen Blick auf einige der häufigeren und ernsthafteren Gesundheitsprobleme, die durch eine schlechte Mundgesundheit verursacht werden:

Herzkrankheiten und Schlaganfälle

Die meisten Menschen würden diesen Zusammenhang nie herstellen, aber eine schlechte Mundgesundheit erhöht das Risiko für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Bakterien, die Zahnfleischerkrankungen verursachen, können zusammen mit Zahnbelag in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungen, Blutgerinnsel und verengte Blutgefäße verursachen. Die schädigende Wirkung auf die Blutgefässe kann auch zu Bluthochdruck und Schlaganfällen führen. Darüber hinaus können Bakterienkolonien die Innenschleimhaut des Herzens angreifen und infizieren und so eine ernste Erkrankung namens “Endokarditis” verursachen.

Diabetes

Diabetiker haben im Allgemeinen ein viel höheres Risiko, Wunden und Infektionen zu entwickeln. Dazu gehören auch das Zahnfleisch und die Zähne. Mit dem Auftreten von Zahnfleischerkrankungen können sich die Symptome von Diabetes verschlimmern und es kann immer schwieriger werden, den Blutzuckerspiegel in den Griff zu bekommen. Für Diabetiker ist es immens wichtig, ihre Zähne und ihr Zahnfleisch besonders gut zu pflegen. Da Zahnfleischerkrankungen zu einem erhöhten Blutzuckerspiegel führen, hat eine Person mit schlechter Mundgesundheit zudem ein erhöhtes Risiko, an Diabetes zu erkranken.

Erektile Dysfunktion

Ja, wirklich! Schlechte Mundhygiene, Zahnfleischerkrankungen und Karies setzen Männer einem erhöhten Risiko für ED aus. Chronische Zahnfleischerkrankungen sind dafür bekannt, dass sie in direktem Zusammenhang mit ED-Problemen stehen. Wenn Bakterien aus einer Zahnfleischerkrankung in den Blutkreislauf gelangen, entzünden sich die Blutgefäße. Wenn eine Entzündung vorhanden ist, kann sie den Blutfluss zu wichtigen Bereichen, einschließlich der Genitalien, blockieren und Erektionen erschweren oder unmöglich machen.

Krebs

Zahn- und Zahnfleischerkrankungen erhöhen das Risiko für eine Vielzahl von Krebsarten, darunter Nierenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Blutkrebs. Es ist erwiesen, dass chronische Infektionen und Entzündungen mit einem erhöhten Risiko der Krebsentstehung verbunden sind. Es besteht auch ein enger Zusammenhang zwischen bakteriellen und viralen Infektionen und dem Wachstum von Krebszellen.

Natürlich können schlechte Mundgesundheitspraktiken wie Rauchen oder der Konsum von Tabakprodukten zu Mund- und Kehlkopfkrebs führen, aber auch andere Krebsarten sind mit Zahnfleischerkrankungen in Verbindung gebracht worden.

Atemwegsinfektionen und reduzierte Immunfunktion

Wenn Bakterien und schädliche Krankheitserreger, die sich im Mund befinden, in die Lunge eingeatmet werden oder durch den Blutkreislauf dorthin gelangen, besteht ein eindeutig erhöhtes Risiko für Atemwegsinfektionen, darunter Covid-19, Lungenentzündung, akute Bronchitis und sogar COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung). Hinzu kommt, dass Infektionen und Entzündungen im Mund die Immunfunktion noch weiter herabsetzen, wodurch es schwieriger wird, die Atemwegsinfektionen zu bekämpfen, was sie potenziell sogar tödlich macht.

Demenz

Eine schlechte Mundgesundheit kann enorm negative Auswirkungen auf das Gehirn haben. Substanzen, die aus entzündetem Zahnfleisch freigesetzt werden, können tatsächlich Gehirnzellen abtöten und zu Gedächtnisverlust führen. Demenz und möglicherweise sogar Alzheimer können aus Zahnfleischerkrankungen resultieren, wenn Bakterien im Mund in den Blutkreislauf aufgenommen werden.

Zusätzlich zu den oben genannten ernsten Gesundheitsproblemen und Krankheiten kann eine schlechte Mundgesundheit auch hierzu führen:

  • Rheumatoide Arthritis
  • Unfruchtbarkeit
  • Probleme in der Schwangerschaft
  • Nierenerkrankung
  • Fibromyalgie
  • Asthma
  • Autoimmunkrankheit

Wie Sie Ihre Mundgesundheit schützen können

Achten Sie zunächst darauf, mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt zu gehen. Er kann Ihr Zahnfleisch untersuchen und mögliche Zahnfleischerkrankungen oder Karies behandeln. Putzen Sie Ihre Zähne zweimal täglich und verwenden Sie Zahnseide.

Ändern Sie Ihre Ernährung. Studien haben einen eindeutigen Zusammenhang zwischen einer Ernährung mit stark verarbeiteten, zuckerreichen Lebensmitteln und Mundkrankheiten gezeigt. Zucker und Stärke kleben an den Zähnen und erhöhen den Säuregehalt im Mund, wodurch ein perfekter Ort für schlechte Bakterien geschaffen wird, die sich vermehren und Schaden anrichten können.

Eine kohlenhydratarme, paläogene oder ketogene Ernährung trägt dazu bei, die Kohlenhydrate zu senken, den Zuckergehalt im Mund zu reduzieren und Zahnfleisch und Zähne vor Infektionen zu schützen. Darüber hinaus ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die reich an antioxidativem Gemüse, Weidefleisch und arm an stärkehaltigen Körnern und Zucker ist, gesund für den ganzen Körper.

Der Schutz Ihrer Mundgesundheit bedarf genauso viel Aufmerksamkeit wie der Schutz Ihrer allgemeinen Gesundheit.

Deshalb gilt: Ernähren Sie sich gesund, schlafen Sie viel, gehen Sie nach draußen und genießen Sie viel Sonne und Vitamin D, treiben Sie Sport und bauen Sie Stress ab.

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